Design Thinking
beginnt mit Empathie

Durch die Augen der Nutzer betrachtet

Innovationsarbeit ist kein Selbstzweck. Für Unternehmen kommt es darauf an, dass entwickelte Ideen (technisch) machbar, wirtschaftlich umsetzbar und vor allem erwünscht sind. Diese drei Komponenten zusammen führen erst zu einem praxistauglichen Ergebnis.

Entscheidende Komponente: die menschliche Perspektive

Die menschliche Perspektive aber fehlt bei vielen gängigen Kreativmethoden. Für David Kelley, Gründer der Design-Agentur IDEO im Silicon Valley und Wegbereiter des Design Thinkings, ist sie eine entscheidende Komponente bei der Entwicklung konsequent nutzerzentrierter Angebote. Nur so entstehen Produkte oder Services, die wirklich erwünscht sind. Nach seinem Verständnis, das die Professoren Terry Winograd und Larry Leifer an der d.school der Stanford University entscheidend geprägt haben, bestimmt die Rückkopplung mit der Zielgruppe den Weg der Erfindung. „Lösungsdesigner“ sind hier gefragt.

Alles ist offen

Design Thinking nutzt methodisch, was kreative Prozesse grundsätzlich antreibt: Offenheit. Seine drei großen Erfolgsfaktoren sind heterogene Teams, ein offener Prozess sowie variable Räume.

Fünf bis sechs Personen, möglichst unterschiedlicher Fachrichtungen und Funktionen, arbeiten, begleitet von einem Coach, auf greifbare Ergebnisse hin. In sechs Phasen entwickeln sie zunächst ein gemeinsames Verständnis für das Problem und nehmen dann die Perspektive der Betroffenen ein (Phase 1-3). Auf dieser Grundlage erarbeiten sie Schritt für Schritt Ideen und schließlich Prototypen, die zuletzt in die Testphase gehen (Phase 4-6).

Ein iterativer Prozess

Der gesamte Prozess ist jedoch keine Einbahnstraße. Schleifen führen zurück zu vorangegangenen Phasen: vom Testergebnis zum erneuten Beobachten. Vom Prototypen zur Nutzerbetrachtung. Und auch räumlich bestimmt Dynamik das Geschehen: Alle Beteiligten arbeiten in Bewegung. Steharbeitsplätze, flexibles Mobiliar, mobile Pinnwände und Präsentationsflächen unterstützen die Gedankengänge und Erfindungsschritte. Von Stoffen über Zeichnungen und Fotografien bis hin zu Bausteinen befördert haptisches Material die Möglichkeit, den Stand der Entwicklung greifbar zu machen. So können potenzielle Anwender wirklich sehen und anfassen, was entsteht.

Quer zu allen Branchen

Die Methode überträgt, was Designerinnen und Designer intuitiv einsetzen, auf andere Erfindungszusammenhänge. Betrachtet man den Design-Thinking-Prozess als systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen, können alle Branchen und denkbaren Lebensbereiche davon profitieren.