Mein Vorstellungs­gespräch
Tipps

Wenn Sie bei einem Unternehmen zum Bewerbungsgespräch eingeladen sind, sollten Sie sich umfassend über dessen Kennzahlen, Produkte und Strategie informiert haben (siehe "Mein Wunschunternehmen").

Weitere Schritte zu Ihrem Traumjob:


 

Die Vorbereitung für das Vorstellungsgespräch

Mögen Vorstellungsgespräche auch noch so individuell verlaufen, gemeinsam sind ihnen gewisse Themenkomplexe. Vorstellung des Bewerbers, Vorstellung des Unternehmens, Fragen an den Bewerber und Fragen des Bewerbers an das Unternehmen: Diese Stationen können Sie vorab mit einem Freund oder Bekannten durchspielen. 

Erstens sind Sie dadurch dazu gezwungen, Ihre Gedanken konkret zu formulieren, zweitens durchleben Sie die Bewerbungssituation schon einmal vorab, was den Stressfaktor im richtigen Bewerbungsgespräch senkt. Ihr Sparringspartner kann Ihnen dann Tipps geben, was Sie besser machen können, und er kann Ihnen eine Einschätzung liefern, wie Sie in bestimmten Situationen wirken. Nehmen Sie konstruktive Kritik ernst und arbeiten Sie daran. Eine gute Vorbereitung ist der erste Schritt zum Erfolg.

Video: Tipps für das Vorstellungsgespräch (2:10 Min.)



Das Telefoninterview

Eine steigende Anzahl von Unternehmen trifft unter den Bewerbern eine Vorauswahl per Telefoninterview. Wenn Sie also angerufen werden, um ein Telefoninterview zu führen, ist das eine gute Nachricht: Sie haben die erste Hürde genommen und gehören zum engeren Kreis der Bewerber.

Der Inhalt eines solchen Telefoninterviews umfasst den gesamten Kanon an Fragen, die Sie auch in einem klassischen Vorstellungsgespräch gestellt bekommen. Fachliche Fragen spielen jedoch eine eher untergeordnete Rolle. Tendenziell ist die Rollenverteilung ausgeprägter, weil ein Telefoninterview noch stärker strukturiert abläuft: Der Unternehmensvertreter fragt, Sie antworten.

Telefoninterviews dauern etwa 30 bis 40 Minuten, einige auch länger. Sie müssen das Gespräch nicht spontan führen, meist schlägt Ihnen der Personaler vorab einen Termin für das Telefonat vor. Beim Gespräch sollten Sie Stellenanzeige, Bewerbung, Informationen über den potenziellen Arbeitgeber und etwas zum Schreiben parat haben und das Interview genauso ernst nehmen wie ein Vorstellungsgespräch. Suchen Sie sich dafür einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört telefonieren können.

Das persönliche Interview

Video: im Vorstellungsgespräch punkten (3:25 Min.)


 

Im Bewerbungsgespräch sind Sie Botschafter in eigener Sache. Sie dürfen und sollten sich daher von Ihrer besten Seite zeigen..

Der Ablauf eines Vorstellungsgespräches sieht wie folgt aus: Nach der Begrüßung und einem kurzen Smalltalk stellt sich Ihnen vielleicht die Frage: Wer stellt sich im Bewerbungsgespräch zuerst vor? Meist starten die Personaler und bitten Sie dann, sich persönlich vorzustellen und Ihren Werdegang zu schildern. Sie sollen daraufhin erläutern, was Sie an der betreffenden Stelle reizt, und darstellen, warum Sie glauben, der Richtige für die Position zu sein. Besonders in größeren Konzernen verläuft das persönliche Interview sehr strukturiert, was Sie auch daran erkennen können, dass Ihr Gesprächspartner sich bei jeder Antwort Notizen macht.

Typische Fragen betreffen Ihre Berufserfahrung, Ihre Stärken und Schwächen, warum Sie den Job wechseln wollen, was Sie an der neuen Aufgabe reizt, welche kniffligen Situationen Sie in den vergangenen Jahren erfolgreich bewältigt haben und wie Sie das geschafft haben. Im Anschluss daran wird Ihr Gesprächspartner seinerseits das Unternehmen vorstellen und die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle erläutern. Dann sollen Sie eigene Fragen stellen.

Themen wie das Gehalt oder der frühestmögliche Eintrittstermin wird Ihr Gesprächspartner gegen Ende aufgreifen. Gut vorbereitete Gesprächspartner werden Ihnen dann noch ein Feedback zu dem Gespräch geben. Geschieht das nicht, können Sie auch freundlich darum bitten (beispielsweise „Welchen Eindruck nehmen Sie aus unserem Gespräch mit?“) und fragen, wann Sie mit einer Reaktion seitens des Unternehmens rechnen können. Spricht Ihr Gegenüber die Rahmenbedingungen nicht an, können Sie danach fragen.

Bietet sich Ihnen die Möglichkeit, einen Rundgang durch das Unternehmen zu machen, sollten Sie die Gelegenheit auf jeden Fall nutzen. Zum einen signalisieren Sie damit Interesse, zum anderen können Sie sich einen ersten Eindruck vom Arbeitsalltag und der Arbeitsumgebung verschaffen: Grüßen die Mitarbeiter, denen Sie begegnen? Herrscht eine gespenstische Stille oder sieht man auch mal lachende Menschen? Wirken Büros oder Maschinen veraltet bzw. heruntergekommen? Es spricht auch nichts dagegen, den Gesprächspartner höflich nach einem kurzen Rundgang zu fragen, falls er ihn nicht selbst anbietet.

Bei einigen Unternehmen sitzen Ihnen zwei Gesprächspartner gegenüber: ein Vertreter der Personalabteilung und ein Vertreter der Fachabteilung, in der die Stelle angesiedelt ist. Beziehen Sie mit Ihren Blicken dann beide Gesprächspartner bei Ihren Antworten mit ein. Kommt es eventuell zu einem zweiten Vorstellungsgespräch, bei dem ein neuer Gesprächspartner dabei ist, sollten Sie nichts als bekannt voraussetzen, was Sie im ersten Gespräch gesagt haben. Merken Sie sich für diesen Fall, was Ihnen die Gesprächspartner des ersten Gesprächs mitgeteilt haben.

Seien Sie pünktlich – also etwa zehn Minuten zu früh. Ihre Kleidung sollte der künftigen Position angemessen sein. Versuchen Sie, trotz Nervosität authentisch zu bleiben, schauen Sie Ihr Gegenüber an, wenn Sie mit ihm reden. Ein fester Händedruck und ein Lächeln wirken Wunder. Scheuen Sie sich nicht, bereits im Vorfeld angefertigte Notizen zum Vorstellungstermin mitzubringen. Ein weiterer Tipp: Drucken Sie Ihre komplette Bewerbung (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) nochmals aus. So wirken Sie professionell und sehr gut vorbereitet.

Das Verhalten bei einem Assessment-Center

Bewerber für ein Traineeprogramm oder für eine Teamleiterposition werden bei großen Unternehmen sehr wahrscheinlich ein Assessment-Center durchlaufen. Hier simuliert der potenzielle Arbeitgeber die Praxis und versucht herauszufinden, wie sich Bewerber im Arbeitsalltag verhalten. Ein Assessment-Center dauert bis zu drei Tage und besteht aus verschiedenen Übungen, in denen die Teilnehmer mit Aufgaben und Problemen konfrontiert werden. Die Teilnehmer werden von mehreren Führungskräften des Unternehmens beobachtet, die ihnen im Anschluss unter vier Augen ein Feedback geben. Der Fokus liegt auf folgenden Punkten: Welche Rolle nimmt ein Bewerber in der Gruppe ein? Wird er gehört? Wertschätzt er die Meinung anderer? Kann er kooperieren? Wie reagiert er in Stresssituationen? Wie umsetzungsstark ist er? Wie schnell wirkt er frustriert? Ist er locker und authentisch, humorvoll, ohne lächerlich zu sein?

Der Umgang mit einer Absage

Nur ein Bewerber kann den Job bekommen. Den Personaler nach dem Absagegrund zu fragen ist nicht immer erfolgreich. Erstens ist die Personalabteilung aus Kapazitätsgründen kaum in der Lage, eine aussagekräftige Antwort zu geben, zweitens muss ein Unternehmen dabei auch verschiedene juristische Fallstricke vermeiden und liefert deshalb meist keine Begründung. Eine Ausnahme kann es geben, wenn Sie unter den letzten drei Kandidaten waren oder wenn Ihre Bewerbung über einen Personalvermittler lief und Sie zumindest ein Gespräch mit dem Vertreter des Unternehmens führen konnten.

Falls Sie mehrfach im Vorstellungsgespräch scheitern und nicht wissen, woran es gelegen hat, sollten Sie Ihre Situation eventuell mit einem Coach oder Bewerbungsberater durchsprechen. Die Sicht von außen hilft Ihnen dabei, Ihre Situation grundlegend zu überdenken. Vergessen Sie jedoch nicht: Auch Unternehmen müssen sich heutzutage um Mitarbeiter bewerben – das Ganze beruht auf Gegenseitigkeit.

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