Wiedereinstellung nach Kündigung:
So nutzt Ihr Unternehmen Rehiring für sich

Rehiring: Warum auch Ihr Unternehmen eine Wiedereinstellung nach Kündigung ermöglichen sollte

Stellen Sie sich vor, eine sehr geschätzte Mitarbeiterin bzw. ein sehr geschätzter Mitarbeiter Ihres Unternehmens kündigt, um einen „besseren” Job anzunehmen – ganz ohne Vorwarnung. Doch ein paar Monate später erreicht Sie eine E-Mail Ihrer ehemaligen Kollegin bzw. Ihres ehemaligen Kollegen, mit dem Hinweis, dass der neue Job nicht das hervorbrachte, was er ihr oder ihm versprach. Was denken Sie: Geben Sie dieser ehemaligen Angestellten oder diesem ehemaligen Angestellten nochmals eine Chance und bieten Sie eine offene Stelle an?

Aktuell können wir einen verstärkten Trend erkennen zum sogenannten Rehiring oder auch Boomerang Hiring genannt. Angesichts des aktuellen Personalmangels in vielen Branchen und einer hohen Mitarbeiterfluktuation, hat sich die Wiedereinstellung nach Kündigung in vielen Unternehmen und Organisationen verbreitet.

Doch warum gewinnt dieses Recruiting-Instrument aktuell an Attraktivität?

Die Vorteile des Rehiring

In der heutigen Zeit, in der Talentpools auszutrocknen drohen und die Loyalität von Mitarbeitenden in vielen Branchen sinkt, hat sich die Wiedereinstellung ehemaliger Teammitglieder in vielen Unternehmen bereits bezahlt gemacht.

Bei vielen (neuen) Bewerberinnen und Bewerbern schweben bei Einstellung immer noch etliche Fragezeichen in der Luft herum. Wird sie oder er das halten, was wir uns gemeinsam als Ziel gesetzt haben? Sind die Vorschusslorbeeren wirklich berechtigt? Wie schnell wird die Einarbeitung dauern?

Diese Fragen tauchen in den meisten Fällen bei einer ehemaligen Kollegin bzw. einem ehemaligen Kollegen in dem Maße jedoch nicht mehr auf.

Sehen wir einmal von der Gewissheit ab, gibt es weitere Vorteile, die eine Wiedereinstellung von Ehemaligen mit sich bringen:

  • Ihre ehemaligen Beschäftigten sind mit der Kultur Ihres Unternehmens vertraut und kennen die internen Prozesse und Workflows aus dem Effeff.

  • Durch den kurzzeitigen Jobwechsel profitiert Ihr Unternehmen vom Erkenntnisgewinn sowie von neuen Fähigkeiten, vielfältigen Sichtweisen und weitreichenden Erfahrungen Ihres alten und neuen Personals. Ein nicht zu unterschätzender Mehrwert, der für Ihr Unternehmen sehr nützlich sein kann.

  • Ihre Rückkehrerin bzw. Ihr Rückkehrer lässt auch andere aus dem Kontaktnetzwerk oder dem Team im Unternehmen selbst wissen, wieder an Board zu sein. Somit können zum einen notwendige Verbesserungen, die eventuell einen Kündigungsgrund darstellten, jetzt durchgeführt werden. Zum anderen sagt eine Rückkehr zum ehemaligen Unternehmen aus, dass das Gras bei einer anderen Arbeitgeberin bzw. einem anderen Arbeitgeber nicht unbedingt grüner ist – und hält Abwanderungswillige von einer Kündigung eventuell ab.

  • Ehemalige und zurückkehrende Mitarbeitende sparen Ihrem Unternehmen eine Menge Geld. Denn aufgrund des geringeren Rekrutierungs-Aufwands und eines zeitlich übersichtlichen Onboardings verkürzt sich die Einarbeitungszeit massiv – und Ihr Neuling wird in absehbarer Zeit produktiv arbeiten.

Nach kurzer Zeit zurück zum alten Arbeitgeber: 4 nützliche Instrumente für erfolgreiches Rehiring

Damit ein Rehiring auch bei Ihnen funktioniert, sollten Sie bereits eine bestimmte Philosophie in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Organisation integrieren.

Zunächst ist ein sauber aufgesetzter und wertschätzender Offboarding-Prozess zu empfehlen. Entschließt sich Ihre Mitarbeiterin bzw. Ihr Mitarbeiter das Unternehmen zu verlassen, sollten Sie nicht nur Arbeitsequipment zurückerwarten und Zugangsdaten löschen lassen, sondern in einem persönlichen Austausch nach den konkreten Kündigungsgründen fragen. Zeigen Sie sich aufgeschlossen und fokussieren Sie sich nicht auf den Verlust, sondern auf etwaige Verbesserungsmaßnahmen, die Sie gemeinsam in diesem Gespräch erörtern. So laufen Sie nicht Gefahr, dass beide Parteien gegenseitige Schuldzuweisungen austauschen.

Halten Sie auch nach dem Ausscheiden Ihrer Ex-Mitarbeiterin oder Ihrem Ex-Mitarbeiter Kontakt – und zwar über ein Alumni-Programm. Informieren Sie die ausgeschiedenen Angestellten darüber, was in Ihrem Unternehmen passiert. Je intensiver Sie die Beziehung pflegen, desto einfacher und angenehmer könnte für beide Seiten eine mögliche Rückkehr sein.

Die dritte Option stellen Talent-Pools dar. Üblicherweise sammeln dort HR-Verantwortliche interessante Bewerberinnen und Bewerber, die für eine Vakanz zwar nicht infrage kamen, für andere Positionen künftig jedoch durchaus passend sind. Beim Rehiring können Sie in diesen Pools ehemalige Mitarbeitende aufnehmen, die Ihnen und Ihrem Unternehmen noch immer wohlgesonnen sind und bei denen die Trennung gütig ablief. Über dieses Instrument können Sie sie über neue freie Stellen und neu geschaffene Positionen berichten.

Das vierte und letzte Instrument, das wir Ihnen für ein erfolgreiches Rehiring empfehlen, stellen Empfehlungsprogramme dar, die häufig auch als „Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter- Programme” bezeichnet werden. Mit ihnen können Sie Ihre eigenen Mitarbeitenden motivieren, ehemalige Arbeitskräfte Ihres Unternehmens auf offene Vakanzen hinzuweisen. Neben der Tatsache, dass diese ausgewählten Personen Ihr Unternehmen und das Team kennen, sind sie auch mit Ihrer Unternehmenskultur vertraut. Ebenso profitieren Sie durch Empfehlungsprogramme von einer relativ schnellen Besetzung der offenen Position, da Ihre Mitarbeitende die jeweiligen Talente schnell kontaktieren und der Recruiting-Prozess dadurch erheblich verkürzt wird.

Wann Sie von Rehiring absehen sollten

Aufgewärmter Kaffee schmeckt nicht mehr? Das kann in manchen Lebensbereichen durchaus zutreffen – beim Rehiring kann das leider auch der Fall sein. Und zwar dann, wenn das grundsätzliche Vertrauen nicht besteht – ganz gleich, ob Sie als Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber Ihrem Personal gekündigt haben oder dieses die Kündigung einreichte.

Bei diesen Indizien sollten Sie von einer Wiedereinstellung Abstand nehmen:

  • Es herrscht Spannung zwischen beiden Parteien und Sie können Ihren Unmut über die ehemalige Kollegin bzw. den ehemaligen Kollegen nicht beiseite schaffen. Nicht jede Konstellation ist erfolgversprechend. Und wenn Reibereien und Streitigkeiten immer noch spürbar sind, sollten Sie eine Rückkehr nicht zustimmen. Denn diese negativen Schwingungen können das gesamte Team berühren und beeinträchtigen.

  • Die grundsätzliche Situation kann sich stark verändert haben, wenn die Kündigung zum Beispiel lange zurückliegt. Ihre ehemalige Kollegin bzw. Ihr ehemaliger Kollege könnte mit anderen Ansprüchen an einen möglichen Arbeitsvertrag und Wünschen an das Arbeitsverhältnis allgemein (Konditionen, Position oder Benefits) in die gemeinsamen Verhandlungen gehen. Auch wenn Sie sich schon (gut) kennen, sollten Sie ähnliche Maßstäbe an eine mögliche Zusammenarbeit anlegen, wie Sie es auch bei einer anderen Bewerberin bzw. Bewerber auch tun.

  • Es besteht die Gefahr, dass ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt ein verändertes Unternehmen vorfinden – mit veränderten (optimierten) Workflows, anderen Zuständigkeiten und neuen Systemen. Sind Ihre Ex-Kolleginnen und Ex-Kollegen eher unflexibel unterwegs und können sie sich mit den neuen Rahmenbedingungen überhaupt nicht arrangieren, sollten Sie künftiges Personal über einen anderen Recruiting-Weg suchen.

  • Hand aufs Herz: Ist die ehemalige Kollegin bzw. der ehemalige Kollege wirklich eine Bereicherung für die jeweilige Abteilung und für Ihr Unternehmen? Vielleicht gehen Sie hier lediglich auf „Nummer Sicher”, doch die beste Kandidatin bzw. der beste Kandidat schlummert eventuell in Ihrem Posteingang. Versuchen Sie möglichst sachlich zu argumentieren, räumen Sie (unterbewusste) Motive zur Seite und gehen sich nicht den Weg des geringsten Widerstands – oder Aufwands.

Schaffen Sie die Basis für erfolgreiches Rehiring (Boomerang Hiring)

In Zeiten des Fachkräftemangels, mit dem sich derzeit viele Branchen auseinandersetzen müssen, ist Rehiring eine clevere und auch zukunftsorientierte Recruiting-Strategie. Das klassische Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis durchläuft seit einigen Jahren massive Veränderungen.

Nicht nur, dass sich ehemalige Angestellte über Bewertungs- und Karriereplattformen über ihr ehemaliges Unternehmen auslassen und das Arbeitsverhältnis bewerten können – sie agieren auch flexibler und gar spontan bei der Wahl Ihrer Arbeitgeberin oder Ihres Arbeitgebers. Fach- und Führungskräfte sind insbesondere darauf getrimmt, Ihrer Karriere eine neue Erfahrung durch spannende Projekte zu bescheren, die sie weiter nach vorne bringt. 

Ihr Unternehmen sollte deshalb eine Firmenkultur implementieren, die soziale Bindungen zu Kolleginnen und Kollegen einfacher ermöglicht, um das Interesse an einem Wechsel zu minimieren. Das stärkt nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl, sondern unterstützt auch nachhaltig Ihr Rehiring-Programm.

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