Typische Fragen im Vorstellungsgespräch:
So reagieren Sie routiniert

Die erste Hürde der Bewerbung haben Sie bravourös übersprungen! Und jetzt kommt es darauf an, den guten Eindruck Ihrer Bewerbungsunterlagen in einem Vorstellungsgespräch zu bestätigen. Auch hier gilt: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Wenn typische Fragen im Vorstellungsgespräch ein wenig altmodisch wirken, wollen Personalverantwortliche Sie in recht kurzer Zeit intensiv kennenlernen. Sie wollen erfahren, ob Sie im direkten Dialog überzeugen und Sie wirklich sowohl zur Unternehmenskultur als auch ins Anforderungsprofil der ausgeschriebenen Position passen.

Deshalb greifen Personalverantwortliche auf typische Fragen zurück, auf die Sie sich bestens vorbereiten können. Wie Ihnen das gelingt und wie Sie auf beliebte Fragen im Bewerbungsgespräch routiniert antworten, erklären wir Ihnen.

Vorstellungsgespräch: 7 typische Fragen, auf die Sie sich einstellen sollten

Die gute Nachricht: Sie können sich perfekt im Vorfeld des Vorstellungsgesprächs auf Fragen und Antworten vorbereiten. Wir nennen die typischen Fragen und liefern Ihnen dazu die passenden Antworten. Zeigen Sie dabei unbedingt Persönlichkeit und stellen Sie gleichzeitig Ihr Können und Ihre Kompetenz unter Beweis.

  1. Können Sie sich bitte kurz vorstellen?
  2. Wieso haben Sie sich für diese Stelle beworben?
  3. Sind Sie bereit, sich weiterzubilden?
  4. Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?
  5. Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen?
  6. Haben Sie bisher Erfahrungen in dem geforderten Bereich gesammelt und wie können Sie diese bei uns anwenden?
  7. Wie gehen Sie mit Stress- oder Konfliktsituationen um?
  8. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Können Sie sich bitte kurz vorstellen?

Der Türöffner unter den Fragen. Hier können Sie leicht ins Plaudern kommen. Doch Vorsicht: Allzu ausufernd sollten Sie sich nicht präsentieren. Gehen Sie kurz auf Ihren bisherigen Karriereweg ein, markieren Sie wichtige Stationen und erklären Sie, warum gerade diese ehemalige Position so gut zu Ihren Ambitionen passte.

Schlagen Sie also bei dieser Antwort thematische Brücken, versuchen Sie – wie bereits im Anschreiben Ihrer Bewerbung - Kompetenz und Leidenschaft zu verbinden und Ihre Motivation für die Stelle plausibel zu unterstreichen. Hüten Sie sich jedoch davor, auf diese typische Frage im Vorstellungsgespräch private Geschichten zum Besten zu geben. Fokussieren Sie sich auf Ihre beruflichen Motive. Damit fahren Sie auf jeden Fall besser, als einen Schwank aus Ihrer Studienzeit zu erzählen.

Wieso haben Sie sich für diese Stelle beworben?

Bei dieser Frage geht es ans Eingemachte. Doch wenn Sie sich umfassend auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet haben, werden Sie diese typische Frage ganz routiniert beantworten können. So kennen Sie die wichtigsten Kennzahlen des Unternehmens, wissen um die neusten Entwicklungen und können plausibel darlegen, warum die Firmenphilosophie Sie persönlich beeindruckt.

Auch bei dieser Frage gilt es, Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen bzw. Ihren Erfahrungen und Fähigkeiten und dem Unternehmen herauszustellen. Denn: Gemeinsamkeiten verbinden und bilden stets eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Sind Sie bereit, sich weiterzubilden?

Eine allseits beliebte und typische Frage im Vorstellungsgespräch. Hier kommt es darauf an, Ihre persönliche Eigenmotivation und Ihren inneren Antrieb in Bezug auf persönliches Wachstum darzulegen. Besonders in Unternehmen gilt: Stillstand ist Rückschritt.

Genau deshalb sind Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auf der Suche nach wissbegierigen Talenten, die sich nicht auf dem Erlernten ausruhen, sondern immer wieder an Weiterbildungen und der Aneignung neuer Skills und Kompetenzen interessiert sind. Denn diese neu erlernten Fähigkeiten bringen nicht nur Sie als Bewerber bzw. Bewerberin nach vorne, sondern auch Ihren neuen Arbeitgeber bzw. Ihre neue Arbeitgeberin.

Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?

Auch diese Frage zielt darauf ab, ob Sie sich intensiv mit Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberin, den Produkten und Unternehmenswerten auseinandergesetzt haben. In Vorstellungsgesprächen versuchen Personalverantwortliche mit Fragen herauszuhören, ob Ihre Bewerbungsmotive auch wirklich deckungsgleich sind mit den in Ihrer Bewerbung aufgeführten Gründen und Sie ein konsistentes Bild abgeben.

Auch wenn Sie den Eindruck gewinnen sollten, dass Sie sich in Ihren Antworten wiederholen: Bleiben Sie routiniert, entspannt und führen Sie die gleichen Argumente auf, die Sie bereits bei einer ähnlichen Frage genannt haben. Wenn Sie es schaffen, sich nicht wortwörtlich zu wiederholen, sondern mit anderen Worten Ihre Bewerbungsmotivation darzulegen, macht das auf Personalverantwortliche nicht nur einen guten Eindruck, sondern Sie beweisen auch Gelassenheit und Eloquenz.

Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen?

Die typischen Fragen im Vorstellungsgespräch nach Schwächen und Stärken ist bei HR-Verantwortlichen beliebt, bei Bewerberinnen und Bewerbern häufig gefürchtet. Warum? Recht ungern reden Personen generell über eigene Schwächen und laufen bei Stärken Gefahr, zu sehr ins Eigenlob abzudriften.

Auch hier ist eine gute Vorbereitung der Schlüssel zum Erfolg. Beschränken Sie sich auf drei oder vier Stärken, die Sie anhand von praktischen Beispielen in Ihrem beruflichen Werdegang untermauern.

Noch unangenehmer als über die eigenen Stärken zu sprechen, ist es, die eigenen Mängel preiszugeben. Doch hier raten wir Ihnen, ganz offen und authentisch zu bleiben. Standardantworten wie „Ich bin zu perfektionistisch” oder „Ich habe einen ausgeprägten Hang zur Ordnung” provozieren bei Ihren Gesprächspartnerinnen und -partnern eher ein müdes Lächeln, da sie diese Antworten schon tausendmal gehört haben. Seien Sie ehrlich und zeigen Sie, dass Sie konstruktiv mit den eigenen Schwächen im Vorstellungsgespräch umgehen. Nennen Sie Ihre Defizite und teilen Sie mit, dass Sie diese erkannt haben und daran arbeiten, diese zu beheben. Stellen Sie auch dar, wie Sie diese Mängel auflösen. So sind Sie nicht nur äußerst ehrlich, sondern demonstrieren auch Problemlösekompetenz.

Haben Sie bisher Erfahrungen in dem geforderten Bereich gesammelt und wie können Sie diese bei uns anwenden?

Mit dieser Bewerbungsfrage versuchen Recruiterinnen und Recruiter zu erfahren, wie Sie Ihre künftige Aufgabe beim Unternehmen angehen wollen. Auch wenn Sie noch nicht genau wissen können, wie Ihre Aufgaben im Detail aussehen werden, sollten Sie sich ein genaues Bild Ihres Aufgabenbereichs machen und Ihre Arbeitsmethoden erläutern. Versuchen Sie plausibel zu beschreiben, wie Sie an eine Aufgabe herangehen.

Erklären Sie, mit welchen Herausforderungen Sie bei Ihrem ehemaligen Arbeitgeber bzw. Ihrer ehemaligen Arbeitgeberin konfrontiert waren und wie Sie es geschafft haben, diese positiv aufzulösen. Spannen Sie thematisch eine Brücke zu Ihrem Wunscharbeitgeber bzw. Wunscharbeitgeberin, blicken Sie optimistisch nach vorne und erläutern Sie, welchen Beitrag Sie in naher Zukunft für den Unternehmenserfolg leisten werden.

Wie gehen Sie mit Stress- oder Konfliktsituationen um?

Die Frage nach unangenehmen, stressigen Situationen stellt selbst eine Stressfrage dar. Das Ziel des Personalverantwortlichen ist es dabei, Sie ein wenig aus der Reserve zu locken, mit dem Ziel, dass Sie etwas mitteilen, was Sie eigentlich nicht mitteilen wollen.

Auch bei dieser recht typischen Frage im Vorstellungsgespräch sollten Sie entspannt reagieren und Ihr routiniertes Vorgehen beschreiben. Sagen Sie, dass es bei jedem Ihrer ehemaligen Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen stressige Momente gab, die einfach dazugehören. Schildern Sie, wie Sie zum Beispiel in Projekten den Zeitdruck minimieren konnten, in dem Sie eine Aufgabe in verschiedene kleinere Aufgaben unterteilt haben, die Sie wiederum an andere Kollegen und Kolleginnen delegieren konnten. Ebenso habe es Ihnen geholfen, Tasks zu priorisieren. Auch mit dieser Antwort demonstrieren Sie Ihre Kompetenz, Probleme anzunehmen, zu analysieren und zielgerichtet aufzulösen.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Klassiker dürfen bei keinem Gespräch fehlen. Deswegen werden Personalerinnen und Personaler auch im Bewerbungsgespräch mit ziemlicher Sicherheit Fragen zu Ihrer Zukunft stellen. Mit dieser Frage wollen sie herauskitzeln, wie Sie Ihren weiteren Karriereweg planen, ob Sie eher eine Fachkarriere oder eine Führungskarriere anstreben.

Unser Tipp: Nennen Sie keine konkreten Ziele, zeigen Sie Flexibilität und stellen Sie Gemeinsamkeiten zu Ihrem potenziellen Arbeitgeber und Ihrer potenziellen Arbeitgeberin heraus.

Sagen Sie, dass Ihnen zwar persönliche Entwicklung wichtig sei, Sie dennoch die wirtschaftliche Entwicklung Ihres Arbeitgebers (bzw. Ihrer Arbeitgeberin) immer im Blick behalten. Dabei könne es zielführender sein, den Fortschritt des Teams weiter zu forcieren als auf die eigene Karriere zu schielen. So demonstrieren Sie zwar persönliche Ambitionen, doch gleichzeitig auch Loyalität und den Antrieb, alles Erdenkliche für den Unternehmenserfolg umsetzen zu wollen. Vielleicht schaffen Sie es auch, auf die aktuelle Wirtschaftslage der Branche einzugehen und kommende Herausforderungen für das Unternehmen aufzugreifen. Damit zeigen Sie Weitsicht und auch Empathie.

Weitere Fragen im Bewerbungsgespräch

Natürlich gibt es neben diesen sieben typischen Fragen und Antworten im Vorstellungsgespräch noch viele weitere, die HR-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zukünftige Chefs gerne stellen.

Motivation:

  • Warum suchen Sie einen neuen Job?

  • Wie sieht Ihr Wunscharbeitsplatz aus?

  • Warum streben Sie einen Jobwechsel an?

  • Wie sehen Sie Ihre berufliche Weiterentwicklung?

Charakter:

  • Wie würden Sie Ihre Arbeitseinstellung beschreiben?

  • Welche Eigenschaften zeichnen Sie aus?

  • Bei welchem Arbeitgeber waren Sie am meisten zufrieden und warum?

  • Was sind die zentralen Eigenschaften einer guten Führungskraft?

  • Welche Informationen benötigen Sie, dass Sie sich für uns entscheiden?

Fachliche Fragen:

  • Mit welchen Tools / Methoden kennen Sie sich aus?

  • Wie halten Sie Ihr Know-how up-to-date?

  • Welche Konferenzen haben Sie in letzter Zeit besucht?

Gehalt / Leistungen:

  • Wie sehen Ihre finanziellen Wünsche aus?

  • Wie viele Urlaubstage wünschen Sie?

  • Mit welchen Benefits rechnen Sie

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